Der Einfluss von KI-generierten Videos auf die Gesellschaft
Von Sophie am .
Früher galten Fotos und Videos als fälschungssicher, dann kam KI. Was macht das mit uns?
Viele von Euch haben bestimmt schon ChatGPT genutzt – um damit Hausaufgaben zu erledigen, zu recherchieren oder einfach aus Spaß Videos zu erstellen. Die Firma hinter ChatGPT, OpenAI, hatte dafür die Video-Generationsplattform Sora genutzt. Und vor einem Monat die Nachricht – Sora gibt´s nicht mehr!
Von vielen Nutzern wird die Abschaltung von Sora als ein „Platzen der KI-Video Blase“ bezeichnet. Vor allem auf social media kursierten immer wieder Videos oder kurze Clips, die mit Sora erstellt wurden.
Vor allem durch Tools wie Sora konnte jeder (der für Sora bezahlt hat) Videos generieren, die seinen Vorstellungen entsprechen, und es wurde und wird immer schwieriger, den Unterschied zwischen echten und KI generierten Videos zu erkennen. Die meisten generierten Videos, die kursieren, sind grundsätzlich nicht schlimm, sondern sind Fan-Edits zu Serien oder absurde Videos. Dennoch besteht die Gefahr, dass politische Videos generiert werden können. Mit Tools wie Sora können Menschen Worte in den Mund gelegt werden, die sie so nie gesagt haben oder nie sagen würden. Der erste Vorschlag, wenn man „KI Video Politiker“ googelt, ist „…erstellen“ und „…erstellen kostenlos“ als Vervollständigung.
Solche Videos können politische Berichterstattung grundlegend verändern. Videos sind nicht mehr verlässlich als Quelle – nur, weil es von etwas ein Video gibt, heißt es nicht, dass es passiert sein muss. Der Beweis, dass man bestimmte Sachen nicht wirklich gesagt hat, ist sehr schwer, wenn es doch Videos davon gibt.
Als Photographie zum ersten Mal aufkam, galten Fotos (im Vergleich zu Augenzeugenberichten) als immer wahrheitsgetreu, weil sie nicht zu fälschen waren. Irgendwann kamen dann Fotobearbeitungsprogramme auf, und Fotos konnten auch gefälscht sein. Es blieben aber Videos, die deutlich schwieriger zu fälschen und zu bearbeiten waren, weshalb man grundsätzlich Videos nicht so sehr hinterfragen musste wie Fotos.
Mit KI Videos hat sich das geändert.
Man kann von KI Videos und ihrem Einfluss auf die Kunst und Animationsjobs halten, was man will. Trotzdem ist sicher: Für die Demokratie sind sie eine Gefahr, wenn man dem politischen Gegner alles in den Mund legen kann und ihm für nur 12€ (niedrigster Preis einer Website, die viele KI Tools anbietet) pro Monat per Video“beweis“ schaden kann.