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Paul ist gegen... Homeschooling

Die ganze Nachbarschaft ist in Schnee bedeckt und die Gehwege sind mit Glatteis beschichtet. Das Handy zeigt die schönste Nachricht, die man an einem Montagmorgen um halb sieben bekommen kann: Die Schule ist heute geschlossen! Man möchte sofort nach draußen gehen und endlich den Schnee, der im Dezember gefehlt hat, genießen.

Es ist ein weißer, wundervoller Tag im Neujahr. Die ganze Nachbarschaft ist in Schnee bedeckt und die Gehwege sind mit Glatteis beschichtet. Das Handy zeigt die schönste Nachricht, die man an einem Montagmorgen um halb sieben bekommen kann: Die Schule ist heute geschlossen! Man möchte sofort nach draußen gehen und endlich den Schnee, der im Dezember gefehlt hat, genießen.

Aber plötzlich bin ich nicht in Januar 2026, sondern in März 2020…

Das Prinzip von Homeschooling ist uns allen seit dem Coronavirus in 2020 bekannt. Den ganzen Tag zuhause bleiben müssen, nicht nach draußen gehen dürfen und stattdessen unter einem Berg von Hausaufgaben ertrinken und um acht Uhr morgens in einem Zoom-Meeting mit seiner Biologielehrerin sein. Ein Alltag, den die meisten Schüler*innen nicht gerne nochmal erleben wollen.

Trotzdem fühlt es sich dann genau so an, wenn die Schule aus witterungsbedingten Gründen ausfällt. Denn anstatt, dass Schüler*innen an ihrem freien Tag sich darüber freuen können, werden sie an ihre Computer, Laptops oder Ipads angebunden und müssen den Unterricht digital über Meeting-Plattformen wie Zoom machen.

Aber wieso das Ganze? Klar, es ergibt Sinn, dass die Schüler*innen den Unterrichtsstoff durchnehmen müssen,  aber das geht doch viel angenehmer über andere Methoden, vor allem via Hausaufgaben.

Außerdem ist die Schule nur für ein bis zwei Tage geschlossen. Wenn eine Lehrkraft mal für eine Woche krank sein sollte, wird der Klasse auch kein Zoom-Meeting aufgedrängt. Der dadurch verpasste Unterrichtsstoff wird dann entweder über Hausaufgaben aufgegeben oder sogar erst in der nächsten Unterrichtsstunde gelehrt. Auf jeden Fall wird kein Schüler*in dazu gezwungen um eine bestimmte Uhrzeit in einem Meeting zu sein, die das analoge Unterrichtsgefühl sowieso nicht ersetzen kann.

Für  Lehrkräfte sind  Zoommeetings auch keine einfache Tätigkeit. Zum einen muss der vorbereitete Unterricht irgendwie so angepasst werden, sodass er ohne direkte menschliche Interaktion erfolgen kann. Da man sich nicht direkt sieht, muss es sich für Lehrkräfte unangenehm anfühlen, wenn kein Schüler die Kamera anhat und was sagen möchte. Da kann man sich gleich fragen, ob am Ende des Bildschirmes überhaupt irgendwer sitzt oder überhaupt sitzen möchte.

Ich denke, dass Homeschooling mit Meetings unnötig ist, wenn die Schule mal wegen des Schnees oder Glatteis geschlossen hat. Schüler*innen sollen sich an solchen Tagen nicht unnötig auf den digitalen Fernunterricht umschalten. Stattdessen sollen sie lieber nach draußen gehen und Schneemänner bauen oder drinnen mit Kakao ein warmes Buch lesen und ihren spontanen schulfreien tag genießen können.

 

 

 


© Stroemsheet